10.10.2018 | Geld & Recht Landtagswahl in Bayern: Warum die Kreuze dieses Mal anders zählen

Am Sonntag (14.10.2018) wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Dabei dürfen die Wähler zwei Kreuzchen machen, um ihre Stimme abzugeben. Welche entscheidenden Unterschiede es dabei zur Bundestagswahl gibt, erfahrt ihr hier:

Foto: Christiane Bosch/dpa

Bei der Landtagswahl in Bayern darf jeder Wähler zwei Kreuze machen. Jeder hat eine Erststimme und eine Zweitstimme. Dabei ist in Bayern einiges anders als bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr. 

Zur Erinnerung: Als wir 2017 den Bundestag gewählt haben, haben wir mit der Erststimme einen Kandidaten direkt gewählt. Mit der Zweitstimme haben wir eine ganze Partei gewählt. Diese Zweitstimme war und ist entscheidend für die Anzahl der Sitze der Partei im Bundestag. Deshalb wird die Zweitstimme bei der Bundestagswahl häufig als die wichtigere der beiden Stimmen bezeichnet.

So wählt Bayern: Die wichtigsten Unterschiede zur Bundestagswahl

Anders läuft es bei der Landtagswahl in Bayern: Denn hier werden die Erst- und Zweitstimmen zusammengezählt, die Erststimme spielt also auch eine Rolle bei der Gesamtsitzeverteilung. Das ist der entscheidende Unterschied im Vergleich zur Bundestagswahl. Denn die Erststimme für einen Direktkandidaten kommt immer auch seiner Partei zugute.

Was ist die Erststimme?

Die Erststimme gibt der Wähler auf einem kleinen weißen Stimmzettel ab. Mit dieser Erststimme wählen die Wähler einen Kandidaten in ihrem Stimmkreis. Es gewinnt der Kandidat, der die meisten Stimmen erhalten hat (relative Mehrheit). Der Sieger kommt also direkt als Abgeordneter in den Landtag, vorausgesetzt seine Partei bekommt mindestens fünf Prozent aller Stimmen bei der Landtagswahl. Dadurch wird gewährleistet, dass jede Region in Bayern auch im Landtag vertreten ist.

Stimmzettel für Erststimme: Beispiel für Ingolstadt

Was ist die Zweitstimme?

Für die Zweitstimme bekommt der Wähler einen großen weißen Stimmzettel mit Vorschlägen für die Wahl der Wahlkreisabgeordneten. Die Wahlkreise entsprechen dabei den Regierungsbezirken und sind in mehrere Stimmkreise unterteilt. Mit der Zweitstimme werden "offene" Listen gewählt. Das bedeutet, dass sich die Reihenfolge der Kandidaten auf der Liste verändern kann. Die Zweitstimme wird also auf einen bestimmten Kandidaten abgegeben und damit gleichzeitig seine Liste, bzw. seine Partei gewählt.

Für beide Zettel gilt: Der Wähler muss in dem Kreis ein Kreuz setzen, der zu dem Namen des Bewerbers gehört, den er wählen will. Wichtig ist: Es darf nur ein Bewerber angekreuzt werden. 

Stimmzettel für Zweitstimme: Beispiel für Ingolstadt

Mehr zur Wahl: