27.05.2020 | Gesundheit Bundesregierung berät über Corona-Warn-App: Alles was ihr wissen müsst

Viele Länder haben sie schon, in Deutschland ist sie noch in der Entwicklung: die Corona-App. Forscher hoffen, so eine zweite Infektionswelle verhindern zu können. Wie die App funktioniert und was mit den Daten passiert, lest ihr hier.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Eine Corona-App für Smartphones wird schon seit März diskutiert, Kanzleramtschef Helge Braun ist zuversichtlich, dass die App bis Mitte Juni einsatzfähig ist. Diesen Freitag will er bei einer Videokonferenz über die Entwicklung berichten.

Wie funktioniert die App?

Die Corona-App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Schutzmaßnahmen und Kontaktbeschränkungen immer mehr gelockert werden. Sie soll anonymisiert erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bei den Apps kommt nicht die Positionserkennung per GPS, sondern ausschließlich der Bluetooth-Funk zum Einsatz. Über die Signalstärke soll die Entfernung zwischen zwei Smartphones ermittelt werden, und zugleich sollen die Smartphones bei einer engen Begegnung per Bluetooth anonyme ID-Schlüssel austauschen. Wenn bei einem Nutzer eine Infektion festgestellt wird, meldet er das in der App – und über einen Abgleich der Schlüssel können Personen benachrichtigt werden, die sich in seiner Nähe aufhielten

Was passiert mit unseren Daten?

Die Daten werden dezentral gespeichert: Der Schlüsselabgleich findet ausschließlich auf den Smartphones der Nutzer statt und nicht zentral auf einem Server. Das sei sicherer und die Gefahr von Überwachung und Missbrauch sei geringer, sagen IT-Experten und Datenschützer. „Der Infizierte erfährt dabei nicht, welche seiner Kontakte informiert werden und die Kontaktierten erfahren nicht, wer der Infizierte ist“, betonte die Regierung.

Wie viele müssen mitmachen?

„Je mehr Menschen mitmachen, desto nützlicher wird die App sein“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. „Das ist aber nicht so, dass sie gar nichts bringt, wenn nur wenige mitmachen. Sondern jeder, der zusätzlich mitmacht, ist eine Hilfe, um Kontaktketten nachzuverfolgen.“

Wer steckt dahinter?

Bei der App für die Bundesregierung stellt der Software-Konzern SAP die technische Plattform und die Deutsche Telekom ist für alles zuständig, was mit Netzwerk und Mobilfunk zu tun hat. Danach soll die Corona-App durch das Robert-Koch-Institut herausgegeben werden.