18.09.2019 | Gesundheit „Gelber Zettel“ wird abgeschafft: Was das für Krankmeldungen bedeutet

Das Bundeskabinett hat ein Gesetz für weniger Bürokratie auf den Weg gebracht. Der beschlossene Entwurf sieht zahlreiche Maßnahmen vor. So soll beispielsweise bei Krankmeldungen von Beschäftigten der „gelbe Schein“ im Papierformat abgeschafft werden.

Foto: Jens Büttner/dpa

Die Bundesregierung will bei Krankmeldungen von Beschäftigten den „gelben Schein“ im Papierformat abschaffen - und durch eine digitale Bescheinigung ersetzen. Wer sich bisher vom Arzt krankschreiben lässt, bekommt eine Bescheinigung auf gelbem Papier – daher der Name. Im Jahr 2017 wurden rund 77 Millionen Bescheinigungen ausgestellt, heißt es vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das Bundeskabinett hat jetzt ein Gesetzes für weniger Bürokratie auf den Weg gebracht, was das Aus für die Krankmeldung auf Papier vorsieht. 

Weniger Aufwand für kranke Arbeitnehmer

Die Krankmeldung besteht aus mehreren Bescheinigungen. Eine muss an den Arbeitgeber geschickt werden, eine an die Krankenkasse, eine ist für die persönlichen Akten bestimmt. Bei der Techniker Krankenkasse gibt es bereits ein Pilotprojekt für eine digitale Krankmeldung. Dies soll in Zukunft für alle gesetzlich Versicherten gelten - die Krankmeldung soll digital übermittelt werden. Künftig sollen die Krankenkassen den Arbeitgeber elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers informieren.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits eine Neuregelung auf den Weg gebracht, dass die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen ab 2021 von den behandelnden Ärzten an die Krankenkassen nur noch digital übermittelt werden sollen. Diese Regelung soll nun dadurch ergänzt werden, dass die Bescheinigung auch an den Arbeitgeber digital übermittelt wird.

Ab 2021 ist „gelber Schein“ nur noch Geschichte

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte: „Mir ist es wichtig, dass wir überall dort, wo wir unnötige Bürokratie abbauen können, tätig werden.“ Das Arbeitsministerium trage substanziell zur Bürokratieentlastung bei: „Mit dem Abrufverfahren für eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung entlasten wir ab Jahresbeginn 2021 die Arbeitgeber um rund 550 Millionen Euro pro Jahr. Doch auch die Arbeitnehmer profitieren, denn sie sparen von da an jährlich Zeit und Mühe - geschätzt rund 19 Millionen Stunden und 77 Millionen Euro Versandkosten.“

Das heißt: Patienten müssen ab dem 1. Januar 2021 keine Krankmeldung mehr beim Arbeitgeber vorlegen oder mit der Post schicken. Künftig leiten die Ärzte die Daten an die Krankenkassen des Versicherten weiter. Die Kasse gibt den digitalen Krankenschein dann an den Arbeitgeber weiter. 

Übrigens: Dem Arbeitgeber wird dabei nicht mitgeteilt, welche Diagnose gestellt wurde. Die Daten werden verschlüsselt weitergegeben.

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