14.03.2019 | Gesundheit Schneller zum Arzttermin: Das ist das neue Gesundheits-Gesetz

Das monatelange Warten auf einen Termin beim Facharzt, könnte für Kassenpatienten bald ein Ende haben. Mit einem neuen Gesetz, das am Donnerstag beschlossen werden soll sich das ändern.

Wer in der gesetzlichen Krankenkasse versicher ist, kennt die Problematik: Muss der Facharzt aufgesucht werden, dauert es oft Wochen oder sogar Monate, bis man einen Termin bekommt. Bei Privatpatienten geht das oft schneller. Dem will Gesundheitsminister Jens Spahn jetzt mit einem neuen Gesetz entgegenwirken. 

Mehr Sprechstunden, Zuschuss für Ärzte und 24 Stunden Terminvereinbarung

Das Gesetz umfasst mehrere Punkte. So sollen Praxisärzte wöchentlich mindestens 25 statt 20 Stunden für gesetzlich Versicherte anbieten müssen. Bestimmte Fachärzte - wie Frauen- oder HNO-Ärzte - sollen fünf Stunden pro Woche anbieten müssen, die Versicherte ohne vorherige Terminvereinbarung in Anspruch nehmen können. 

Vermittelt der Hausarzt einen Kassenpatienten an einen Facharzt, bekommt der Hausarzt dafür einen Zuschuss von mindestens zehn Euro.  Die sogenannten Terminservicestellen, die unter der 116117 erreichbar sind, sollen in Zukunft rund um die Uhr erreichbar sein. Zusätzlich soll es einen Online-Service und eine App geben. Hier solllen dann auch Termine mit Haus- und Kinderärzten vermittelt werden.  

Weitere Verbesserungen 

Im ländlichen Raum, in dem es oft nicht genügend Ärzte gibt, soll die Versorgung mit Arztbussen oder digitalen Sprechstunden gewährleistet werden. Der Zahnersatz soll zukünftig fest mit 60 statt 50 Prozent bezuschusst werden. Außerdem sollen Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen ab 2021 von den Ärzten digital an die Krankenkassen weitergeleitet werden. Mit Smartphone oder Tablet sollen die Versicherten künftig auf ihre elektronische Patientenakte zugreifen können. Diesen Service sollen die Kassen spätestens 2021 anbieten müssen.

Kritiker befürchten höhere Kosten für Patienten

Ärzte, Verbraucherzentralen und Krankenkassen hatten das geplante Gesetz bereits vorab kritisiert. Bedenken gibt es unter anderem mit Blick auf die Umsetzbarkeit und die finanziellen Folgen für die Kassenpatienten.