17.06.2019 | Haus & Garten Gefräßige Ekel-Raupen ohne Ende: Hier in Bayern toben die Schwammspinner

Sie tragen feine lange Härchen auf dem Körper, sind extrem gefräßig, krabbeln sehr schnell und werden bis zu sieben Zentimeter lang: die Raupen des Schwammspinners. Auch in Bayern haben sich die Tierchen aufgrund einer maximalen Samenproduktion bei Bäumen und eines milden Winters massenhaft vermehrt.

Foto: Daniel Karmann/dpa Die Schwammspinner-Raupe hat sich in diesem Frühjahr in einem Wald von Gunzenhausen explosionsartig vermehrt und sogar Hauswände befallen.

Sie tragen feine lange Härchen auf dem Körper, sind extrem gefräßig, krabbeln sehr schnell und werden bis zu sieben Zentimeter lang: die Raupen des Schwammspinners.

Besonders schlimm ist deren Ausbreitung derzeit in Thüringen. In der Gemeinde Gera-Liebschwitz sprechen die Bewohner von einer „Invasion“. Sie bekommen von der Kommune sogar Ausweichquartiere angeboten, weil die Raupen über Häuser und Wohnungen herfallen. Aber auch in Bayern werden Orte von den Schwammspinnern heimgesucht.

Raupen-Invasion vor allem in Franken

Vor allem in Franken sind die Ausmaße eklatant. In Gunzenhausen in Mittelfranken fressen momentan Millionen von Schwammspinnern den Burgstallwald kahl, auch der Baumbestand des dortigen Schwimmbads ist betroffen. Städtische Mitarbeiter müssen die Raupen mit Staubsaugern sisyphosartig wegsaugen, denn das Spritzen mit Pestiziden ist dort nicht erlaubt. Auch die Landkreise Schweinfurt und Bad Kissingen haben dieses Jahr schwer mit der Raupen-Invasion zu kämpfen.

Foto: Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft/dpa
Kahlfraß durch explodierende Population

Der Schwammspinner durchlaufe dieses Jahr „eine derartige Massenvermehrung, dass mit Kahlfraß, der das Absterben von Eichen erwarten lässt, zu rechnen ist“, heißt es von der  Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Die Raupen können Eichen derart kahl fressen, dass die Bäume, die zur Photosynthese auf ihre Blätter angewiesen sind, absterben.

Aus diesem Grund hatte die Behörde vor kurzem beschlossen, in bestimmten befallenen Eichenwäldern die Substanz Mimic einsetzen. Mimic wirkt als Häutungsbeschleuniger, wodurch die Raupen des Schmetterlings, aber auch andere blätterfressende Insekten absterben. 

Foto: Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft/dpa

Der Landesanstalt zufolge durchläuft der Schwammspinner in etwa einem Zehntel der fränkischen Eichenwälder eine Massenvermehrung. Untersuchungen zeigten, dass auf gut 4.000 der insgesamt 100.000 Hektar in Unter- und Mittelfranken mit Kahlfraß zu rechnen sei. Davon wiederum wurden 1.600 Hektar gezielt behandelt.

Foto: Daniel Karmann/dpa Verheerendes Bild: Das 117 Hektar große Waldgelände in Gunzenhausen haben die Raupen bereits kahlgefressen.