17.06.2019 | Haus & Garten Neu bei Grundsteuer: Das soll sich für Mieter & Eigenheime in Bayern ändern

Bayern wird bei der Erhebung der Grundsteuer künftig seinen eigenen Weg gehen. So soll es im Freistaat künftig für die Berechnung der Abgabe unerheblich sein, ob ein Grundstück in einer teuren Stadt oder auf dem Land gelegen ist.

Foto: Henning Kaiser/dpa

Nach dem Koalitions-Kompromiss zur Reform der Grundsteuer, will die bayerische Staatsregierung künftig eigene Wege gehen. Ministerpräsident Markus Söder und Finanzminister Albert Füracker (beide CSU) sagten in München, Bayern werde die vereinbarte Öffnungsklausel nutzen und die Grundsteuer lediglich auf Basis der Grundstücksfläche berechnen.

Fläche entscheidend, nicht der Wert

Der Wert der Immobilie, so wie es Bundesfinanzminister Scholz plante, wird im bayerischen Modell dagegen nicht einbezogen. Damit wird es für die Berechnung der Grundsteuer im Freistaat unerheblich sein, ob ein Grundstück in einer teuren Stadt oder auf dem Land gelegen ist. „In Bayern werden wir nun unser unbürokratisches Einfach-Grundsteuermodell umsetzen“, sagte Finanzminister Füracker. Söder nannte den Kompromiss „sehr gut für Bayern“.

Kritik an Modell des Bundes

Das Modell des Bundesfinanzministeriums war unter anderem von kommunalen Wohnungsgesellschaften, Wohnungsgenossenschaften und auch vom Münchner Mieterverein kritisiert worden. Da die Bodenpreise in den Großstädten in den vergangenen Jahren in die Höhe geschossen sind, gab es Befürchtungen, dass eine Einbeziehung der Bodenwerte in die Grundsteuer erheblich höhere Belastungen für die Mieter bedeutet hätte. Denn Hauseigentümer können die Grundsteuer auf die Mieter umlegen.