09.12.2019 | Job & Berufsleben Berufsleben: Das ändert sich 2020 für Arbeitnehmer

Auf Berufstätige und Menschen, die es bereits hinter sich haben, kommen im Jahr 2020 zahlreiche Änderungen zu. Der gesetzliche Mindestlohn steigt, Rentner bekommen mehr Geld und auch bei Hartz IV tut sich was. Wir zeigen euch, welche neuen Gesetze und Regelungen im Berufsleben im kommenden Jahr auf euch zukommen.

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​Meisterpflicht

Für ein Dutzend handwerkliche Berufe wird wieder eine Meisterpflicht eingeführt. Das bedeutet, dass nur Meister (oder Meisterinnen) sich mit dem Gewerk selbstständig machen dürfen. Mehr Infos dazu hier.

Mindestlohn

Der Mindestlohn für Arbeitnehmer steigt zum 1. Januar 2020 von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde.

Branchenmindestlöhne

Darüber hinaus steigen in mehreren Branchen die tariflichen Mindestlöhne.

  • Dachdeckerhandwerk: Zum 1. Januar 2020 steigt der Mindestlohn für ungelernte Arbeitnehmer von 12,20 auf 12,40 Euro an. Für gelernte Arbeitnehmer (Gesellen) geht der Mindestsatz rauf von 13,20 auf 13,60 Euro.
  • Elektrohandwerk: Ab 1. Januar 2020 wird der Mindestlohn für Elektrohandwerker von 11,40 auf 11,90 Euro angehoben.
  • Maler und Lackierer: Ab Mai 2020 gibt es einen höheren Mindestlohn für ungelernte Arbeiter, und zwar 11,10 Euro statt 10,85 Euro. Der Mindestlohn für Gesellen steigt von 13,30 auf 13,50 Euro.
  • Gebäudereiniger: Zum 1. Januar 2020 steigt der Mindestlohn im Bereich Innenreinigung auf 10,80 Euro. Im Bereich Außen- und Glasarbeiten geht es hoch auf 14,10 Euro. Zum 1. Dezember 2020 werden die Sätze in den neuen Bundesländern an die Mindestlöhne im Westen angeglichen.

Azubi-Mindestlohn

Neu eingeführt wird der Mindestlohn für Auszubildende. Jeder, der im Jahr 2020 eine Berufsausbildung beginnt, soll nun mindestens 515 Euro im ersten Lehrjahr bekommen. Der Betrag wird in den folgenden Jahren schrittweise weiter erhöht auf bis zu 620 Euro monatlich im ersten Lehrjahr. Auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt es mehr.

Foto: Felix Kästle/dpa

Renten

Die rund 21 Millionen Rentner können sich auch im kommenden Jahr auf deutlich steigende Bezüge freuen. Zum 1. Juli 2020 dürften die Renten in Westdeutschland um 3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen. Außerdem sollen auf Betriebsrenten weniger Krankenkassenbeiträge gezahlt werden.

Betriebsrente

Zum neuen Jahr wird die Freigrenze für die Beitragszahlung zur Krankenversicherung (155,75 €) durch einen Freibetrag in Höhe von 159,25 Euro ersetzt. Das bedeutet, dass dieser Betrag künftig wirklich frei von Beiträgen bleibt, wenn die Rente darüber liegt. Bis dato wurde bei Überschreiten der Freigrenze – auch wenn nur mit einem Cent – die komplette Rente mit KV-Beiträgen belegt.

​Hebammen-Ausbildung

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hebammen erlernen ihren Beruf in Zukunft im Rahmen eines Hochschulstudiums. Die Ausbildung besteht ab 2020 aus einem drei- bis vierjährigen Bachelor-Studium mit hohem Praxisanteil und einer staatlichen Abschlussprüfung.

Hartz IV

Die Regelsätze für Hartz IV, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung steigen ab Januar 2020. Der Regelsatz für Alleinstehende mit Hartz IV steigt um 8 auf 432 Euro. Wer mit einem anderen bedürftigen Erwachsenen wie dem Ehepartner in einer Wohnung lebt, für den steigt der Satz um 7 auf 389 Euro.

Für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren gibt es eine Erhöhung um 6 auf 328 Euro. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren steigt die Leistung ebenfalls um 6 auf 308 Euro monatlich. Bis zur Vollendendung des sechsten Lebensjahres gibt es 5 Euro mehr, also 250 Euro. Auch die Regelsätze im Bereich der Sozialhilfe steigen. Die Anpassung folgt einem festgelegten Mechanismus, der die Entwicklung von Preisen und Löhnen berücksichtigt.

Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Arbeitslosenversicherung

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt zum 1. Januar 2020 von derzeit 2,5 Prozent um 0,1 Punkte auf 2,4 Prozent. Das hat die Bundesregierung beschlossen. Diese Senkung ist aber befristet bis Ende 2022. Die jetzige Entlastung entspricht einem Volumen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro.

​Verpflegungspauschale

Berufstätige, die mehr als acht Stunden auswärts tätig sind, können künftig pro Tag 14 Euro Verpflegungspauschale als Werbungskosten ansetzen – statt bisher 12 Euro. Bei 24 Stunden Abwesenheit gibt es 28 Euro - für den An- und Abreisetag bei mehrtägigen Reisen die Hälfte.