03.07.2020 | Job & Berufsleben Nebenberuflich selbstständig machen: 5 Tipps für Gründer

Wer sich neben dem Hauptjob flexibel etwas hinzu verdienen will, hat mit einer nebenberuflichen Selbstständigkeit gute Aussichten. Das gilt vor allem dann, wenn die angebotenen Leistungen oder Produkte stark nachgefragt werden und es gelingt, sich sichtbar für potenzielle Kunden zu positionieren. Die folgenden 5 Tipps helfen dabei, die nebenberufliche Selbstständigkeit planvoll und mit geringem finanziellen Risiko auf den Weg zu bringen.

Selbstständigkeit nebenberuflich aufzubauen kann trotz der zeitlichen Mehrbelastung sehr viel Spaß machen.

Tipp 1: Was Spaß macht, motiviert dauerhaft: Die richtige Geschäftsidee finden

Die Geschäftsidee ist der Kern der Selbstständigkeit, auch wenn diese „nur“ nebenberuflich ausgeführt wird. Die Motivation, sich neben einem Job intensiv zu engagieren, ist eng mit dem Geschäftszweck des Unternehmens verknüpft. Ein sinnvoller Ansatz wäre zum Beispiel, das geliebte Hobby zum Beruf zu machen. So könnte ein Onlineshop für Fahrräder und Fahrradzubehör für einen passionierten Biker eine spannende Geschäftsidee sein. Die folgenden Basis-Ideen zur Inspiration für Online-Jobs sollen helfen, den eigenen Motiven auf die Spur zu kommen:

  • Kreativkurse online anbieten
  • Webdesign
  • Affiliate Marketing
  • Dropshipping

Im Kern steht immer die Frage: Was macht mir wirklich Spaß? Anknüpfend daran lässt sich eine Geschäftsidee entwickeln, die mit den vorherrschenden zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zusammenpasst. Wer sich für den Schritt in die nebenberufliche Selbstständigkeit interessiert, sollte sich auch den Beitrag „ Selbstständig machen? Nur mit diesen Tipps!“ durchlesen.

Tipp 2: Web-basierte Geschäftstätigkeit wählen

Wer sich mit einer Online-Tätigkeit selbstständig macht, macht sich in vielen Fällen auch unabhängig von Ort und Zeit. Die Tätigkeiten lassen sich zeitlich so legen, dass sie nicht mit dem Hauptjob in Konflikt geraten. Zudem eröffnen vor allem Onlineshops die Möglichkeit auch dann Geld zu verdienen, wenn man nicht aktiv ist. Ein Onlineshop muss zwar gepflegt werden und benötigt eine gute Marketing-Strategie, damit er läuft, doch die damit verbundenen Tätigkeiten können am Wochenende oder nach der Arbeit erledigt werden. Auch lassen sich viele Aufgaben in einem Online-Business auslagern und beispielsweise an virtuelle Assistenten übergeben.

Tipp 3: Geschäftsprozesse detailliert planen

Das A und O bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit ist, das Business so aufzuziehen, dass die Geschäftsprozesse überschaubar sind und so reibungslos wie möglich ineinandergreifen. Je schlichter das Konzept, desto weniger Fehlerquellen ergeben sich. Am Beispiel des oben genannten Onlineshops für Fahrräder könnte ein überschaubares Geschäftskonzept so aussehen:

Der Fahrradshop wird online aufgezogen nach dem Dropshipping-Prinzip. Was ist Dropshipping? Dropshipping bedeutet im Kern, dass der Onlinehändler angebotene Ware nicht lagert, sondern die Produkte nach der Bestellung vom Hersteller (oder Dropshipping-Anbieter) direkt zum Kunden des Onlinehändlers geschickt werden. Der Prozess sieht vereinfacht dargestellt so aus:

1. Der Kunde bestellt im Onlineshop.
2. Der Kunde bezahlt die Rechnung an den Onlineshop.
3. Der Onlinehändler bestellt die Ware beim Dropshipping-Anbieter.
4. Der Onlinehändler bezahlt die Rechnung des Dropshipping-Anbieters für die Ware zzgl. Handling-Gebühren
5. Der Dropshipping-Anbieter schickt die Ware direkt an den Kunden des Onlinehändlers. Dazu kommt entweder eine neutrale Verpackung oder eine Verpackung mit Firmenlogo/Adresse des Onlinehändlers zum Einsatz.
6. Bei Retouren schickt der Kunde die Ware im besten Fall direkt an den Versender und erhält das Geld vom Onlinehändler zurück. Der Onlinehändler erhält sein Geld vom Dropshipping-Anbieter abzüglich einer Handling-Gebühr zurück.

Das Dropshipping-Geschäftsmodell ist risikoarm, weil nur wenig Kapital benötigt wird. Es entstehen keine Kosten für den Aufbau eines Warenbestandes. Außerdem müssen weder Verpackungs- noch Versandkosten oder Kosten für einen Versandmitarbeiter finanziert werden und es wird kein eigenes Lager benötigt.

Onlineshopping boomt, so dass sich die nebenberufliche Selbstständigkeit mit einem Onlineshop anbietet.

Tipp 4: Regelmäßiges Controlling durchführen

Für jedes Business ist regelmäßiges Controlling gerade in der Startphase unverzichtbar. Doch auch, wenn sich die Umsätze stabilisieren, das Unternehmen profitabel arbeitet und Gewinne produziert, dürfen Gründer mit den Controllingmaßnahmen nicht nachlassen. Es ist zwar möglich, die Häufigkeit zu reduzieren, nicht aber die Qualität des Controllings. Als Basis ihres Controllings nutzen viele Unternehmen die BWA (=Betriebswirtschaftliche Auswertung). Die Buchhaltung lässt sich in verschiedenen BWA-Formen abbilden, je nachdem, welche Informationen schwerpunktmäßig benötigt werden. Jede BWA sollte mindestens diese Bestandteile aufweisen:

  • Kurzfristige Erfolgsrechnung
  • Liquiditätsberechnung
  • Bewegungsbilanz

Um Vergleiche ziehen zu können, kommen Auswertungen wie die BWA mit Vorjahresvergleich, mit Branchenvergleich, mit Soll-/Ist-Vergleich oder mit Jahresübersicht in Betracht. Mit Vergleichs-BWAs lässt sich die Entwicklung besser abbilden. Zudem ermöglichen Grafiken mit Bezug auf diese Datenquelle einen visuellen Eindruck der zurückliegenden Monate und Jahre.

Was bedeutet Controlling?

Controlling bedeutet nicht, dass lediglich Zahlen kontrolliert und abgehakt werden. Controlling bedeutet vielmehr, dass auf Basis vorliegender Zahlen betriebliche Ziele definiert und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um diese gesetzten Ziele zu erreichen. Mit der nächsten Auswertung wird kontrolliert, ob die Zielvorgabe eingehalten wurde (=Meilenstein).

  • Falls die Zielvorgaben nicht erreicht wurden, werden die Ursachen dafür gesucht und die Maßnahmen angemessen nachjustiert.
  • Falls die Zielvorgaben erreicht wurden, werden die Gründe dafür festgestellt und auf Basis des Erfolgs die Ziele überdacht und ggf. angepasste Maßnahmen für neue lohnende Ziele ergriffen.

Tipp 5: Marketingstrategie entwickeln

Wer online Kunden erreichen will, muss wissen, wo sich die Zielgruppe aufhält. Es gibt unzählige Möglichkeiten im Internet Werbung zu schalten und es ist wesentlich, die richtigen Marketing-Kanäle zu wählen. Displaywerbung oder Einträge in Suchmaschinen sind nur zwei von dutzenden Optionen, die – falsch ausgewählt – viel Geld kosten können, ohne Umsätze zu generieren. Der Beitrag „ Marketing für Onlineshops“ bietet einen Einstieg in das komplexe Thema.

Trotz wirtschaftlicher Unwägbarkeiten selbstständig machen?

Auch in wirtschaftlich bewegten Zeiten, in denen so mancher Selbstständige um das Überleben kämpft, haben Existenzgründungen gute Erfolgschancen. Der Internethandelt boomt mehr denn je und es ist zu erwarten, dass sich das Kaufverhalten der Konsumenten weiter in Richtung Onlineshopping entwickelt. Das Beispiel eines Dropshipping-Onlineshops, welches diesem starken Trend entspricht, ist verhältnismäßig risikoarm, weil nur wenig Kapital benötigt wird. Gleiches gilt für andere Web-basierten Geschäftsideen, die sich durch kreative oder geistige Leistungen auszeichnen.