20.08.2019 | Prominente & Buntes Immer mehr Foto-Verbote: Was ihr noch dürft & wann ihr eine Erlaubnis braucht

Sogar ein Foto des Pariser Eiffelturms, einer der beliebtesten Urlaubsschnappschüsse überhaupt, kann euch Ärger einbringen. Auch an deutschen Grundschule gibt es immer öfter Foto-Verbote bei der Einschulung. Tolle Bilder zu knipsen wird aus Datenschutzgründen immer schwieriger. Wir zeigen euch, was ihr bei euren Aufnahmen beachten solltet.

Die Debatte um das Fotoverbot bei Einschulungen wirft eine altbekannte Frage auf, die doch immer wieder für Verwirrung und Unsicherheit sorgt. Wann brauche ich eine Foto-Erlaubnis und wann ist es in Ordnung, wenn ich einfach fotografiere? Wir erklären euch, was verboten ist, wo ihr lieber aufpasst und wo ihr ohne Probleme abdrücken könnt. 

Warum gibt es so strenge Gesetze?

Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Aufzeichnung physischer und physiologischer Merkmale in Verbindung mit Metadaten wie Ort und Zeit oder auch: Ein Foto machen. Die Rechte an Aufnahmen sind inzwischen streng geregelt. Durch das Recht am eigenen Bild soll das Recht jedes Menschen auf Anonymität gesichert werden. Denn jeder Mensch soll selbst bestimmen dürfen, wann er fotografiert wird und was mit dem Foto geschieht. Dieses Recht gilt nicht nur für Fotos, sondern auch für Film- und Fernsehaufnahmen, Zeichnungen und Gemälde

Wofür braucht man keine Erlaubnis?

Bei einigen Fällen ist es genehmigt ohne Erlaubnis zu fotografieren. Zum Beispiel, wenn Personen nur als Passanten ins Bild geraten, wenn ihr eine Sehenswürdigkeit fotografiert. Auch Bilder von Versammlungen oder ähnlichem und Bildnisse aus der Zeitgeschichte sind erlaubt. Sollte es der Verbreitung im Interesse der höheren Kunst dienen, dürfen auch Bilder, die nicht auf Bestellung gefertigt wurden, publiziert werden. 

Dennoch solltet ihr an einigen Sehenswürdigkeiten aufpassen! Beispielsweise ist es verboten den Eiffelturm bei Nacht zu posten, denn die wunderschöne Beleuchtung ist urheberrechtlich geschützt. Verstoßt ihr gegen das Verbot, kann der Schnappschuss schnell zur Unterlassungsklage führen. 

Achtung: Auch wenn ein Foto gemacht werden durfte, braucht ihr immer noch ein zusätzliches Einverständnis, damit ihr das Bild auch posten dürft!

Warum entstehen so viele Verbote?

Verbote entstehen oft aus Ängstlichkeit haftbar gemacht zu werden. Ein generelles Foto-Verbot an beispielsweise Schulen ist allerdings nicht unbedingt umsetzbar. Wahrscheinlich würde die Verordnung nicht greifen, da Eltern ihre ABC-Schützen nur zu privaten Zwecken ablichten. Denn bei der Ausübung persönlicher Aufnahmen findet die Datenschutz-Grundverordnung keine Anwendung. Trotzdem dürfen Freibäder, Schulen, Museen, Strände, und Konzerte Verbote aufstellen. Aber dann nicht auf Grundlage der DSGVO, sondern des Hausrechts

Achtung: Sollte ein Verbot bestehen, darf unter keinen Umständen fotografiert werden! 

Was gilt für Kinder?

Kinder stehen unter besonderem Schutz. Ohne Einwilligung der Eltern darf absolut nicht fotografiert oder veröffentlicht werden. Wenn das Kind sein 14. Lebensjahr beendet hat, sollte auch das Kind selbst einwilligen

Was genau ist verboten?

Verboten sind alle Aufnahmen, die heimlich ausgeführt wurden. Zum Beispiel heimliche Nacktfotos am FKK-Strand, Videoaufnahmen einer versteckten Kamera oder das Hineinfotografieren in private Bereiche.

Wenn Fotos ohne Einverständnis geteilt werden, dürfen die Betroffenen auf Unterlassung klagen und Schadenersatz stellen. Außerdem können unter Umständen Geldstrafen und eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr drohen. 

Darf man Bilder von Promis veröffentlichen?

Da sieht man seinen Lieblingsstar und schon hat man das Bild gepostet – Darf man das dann überhaupt?

Normalerweise ist das kein Problem, denn sogenannte Personen der Zeitgeschichte müssen damit rechnen, dass Bilder von ihnen verbreitet werden. Dazu zählen Politiker, Schauspieler, Sportler, Künstler, Wissenschaftler, aber auch Täter und Beteiligte eines Kriminalfalles. Aber Achtung: Es dürfen nur Bilder veröffentlicht werden, die sich auf das Thema beziehen. Beispielsweise darf ein Sportler nur im Rahmen seiner sportlichen Tätigkeit abgelichtet werden, nicht etwa, wenn er mit seiner Familie ein Eis im Stadtpark isst.