05.03.2019 | Verbraucherschutz Bald in ganz Bayern Pflicht: Wann ihr einen neuen Stromzähler bekommt

In Zeiten der Digitalisierung nimmt die Zahl technischer Geräte in den Haushalten immer mehr zu. Die Folge: ein höherer Stromverbrauch. Intelligente Stromzähler sollen uns künftig beim Stromsparen helfen.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Stromkosten sind ein wichtiger Punkt in jeder Nebenkostenabrechnung. Um teure Stromrechnungen zu vermeiden und den Verbrauch besser im Blick zu haben, wollen die Politik und die Energieversorger in Zukunft auf intelligente Stromzähler setzen.

Was sind intelligente Stromzähler?

Erst einmal muss man unterscheiden zwischen digitalen und intelligenten (sogenannten Smart Metern) Stromzählern. Digitale Stromzähler haben kein Drehrad mehr, sondern zeigen den aktuellen Verbrauch auf einem kleinen Display an. Zudem lassen sich über das Menü Verbrauchswerte über die letzten Tage, Wochen oder Monate anzeigen. Zur Zählerstandsablesung muss aber weiterhin ein Mitarbeiter der Stadtwerke vorbeikommen. 

Smart Meter gehen da noch ein Stück weiter. Es handelt sich um digitale Stromzähler, jedoch sind diese per Gateway mit dem Internet verbunden. Dadurch erhält der Energieversorger alle Verbrauchsdaten in Echtzeit und kann so auch die allgemeine Netzauslastung besser beurteilen. Auch der Verbraucher profitiert davon. Per App kann dieser den aktuellen Zählerstand jederzeit abrufen und sogar erkennen, welche Geräte am meisten Strom verbrauchen und wo Sparpotential besteht.

Wie lässt sich durch intelligente Stromzähler Strom sparen?

Der größte Vorteil ist sicherlich die Übersichtlichkeit. Durch intelligente Stromzähler lässt sich der Verbrauch tagesaktuell aufschlüsseln und jeder Stromkunde weiß genau, wie viel Strom er im aktuellen Abrechnungsjahr bereits verbraucht hat. Dadurch hat der Verbraucher mehr Kontrolle und kann seinen monatlichen Abschlag individuell anpassen, um teure Nebenkostenrechnungen am Ende des Jahres zu vermeiden. 

Smart Meter können durch intelligente Messsysteme sogar herausfinden, welche Geräte im Haushalt am meisten Strom verbrauchen. So soll es in Zukunft möglich sein, beispielsweise per App benachrichtigt zu werden, wenn ein Gerät mehr Strom verbraucht als üblich. So lassen sich Stromfresser schnell identifizieren.  

Wann werden intelligente Stromzähler Pflicht in Deutschland?

Digitale Stromzähler findet man jetzt schon in vielen Haushalten. Eine der größten Energieversorger in Bayern "bayernwerk" hat schon mehr als 50.000 solcher Zähler eingebaut. Digitale Stromzähler mit einer Internetanbindung gibt es in Deutschland bisher aber nur wenige. Grund sind die strengen Sicherheitsvorkehrungen, die so ein Gateway erfüllen muss. Denn die Stromzähler sind künftig dauerhaft mit dem Internet verbunden und damit auch ein mögliches Angriffsziel für Hacker. Über einzelne Zähler könnten die Angreifer im schlimmsten Fall das gesamte Stromnetz lahmlegen.

Stromanbieter sind jetzt gefragt sichere Lösungen zu entwickeln, denn die Zeit drängt. Ab 2020 sind Verbraucher ab einem Jahreswert von mindestens 6.000 kWh verpflichtet einen Smart Meter einzubauen. Otto-Normalverbraucher dürften hiervon aber erstmal nicht betroffen sein. Ein dreiköpfiger Haushalt verbraucht im Jahr durchschnittlich circa 4.000 kWh. Bis 2032 soll dann aber der flächendeckende Einbau in Deutschland abgeschlossen sein. 

Auch jetzt ist es schon möglich freiwillig auf einen neuen Stromzähler umzusteigen. Ansprechpartner ist hierbei der örtliche Netzbetreiber. 

Was kosten die neuen Stromzähler?

Nachteil für alle Verbraucher: Die neuen Stromzähler kosten Geld. Der Einbau ist zwar meist kostenlos, jedoch berechnen die Stromversorger in der Jahresabrechnung Gebühren. Die Bundesnetzagentur hat hierbei aber einen Mindestbetrag von 20 Euro pro Jahr festgelegt. Bei einem freiwilligen Einbau gilt diese Kostenobergrenze aber nicht.