15.02.2021 | Verbraucherschutz Lippenpflegestifte im Test: Diese Produkte fallen durch

Grade im Winter halten sie unsere Lippen schön weich und verhindern, dass sie nicht reißen. Aber nicht alle sind auch frei von Schadstoffen, die uns gefährlich werden können. Wir haben den Überblick.

Foto: Öko-Test

Unser Freund und Helfer, wenn es draußen kalt und trocken ist und unsere Lippen spröde und rissig werden: Der Lippenpflegestift. Unzählige Marken bieten ihn in allen Geschmacksrichtungen an. Viele beinhalten dabei aber auch schädliche Inhaltsstoffe, die nicht gut für unseren Körper sind. 

Produktunterschiede

Bei den Unterschieden von Preis und Qualität wird schnell klar: Nur weil ein Stift teurer ist als andere und von einer bekannten Marke kommt, heißt das noch lange nicht, dass es auch der bessere ist. Umgekehrt sind preiswertere aber auch nicht gleich von minderwertiger Qualität. Worauf ihr im Idealfall bei der Auswahl eurer Lippenpflege achtet, welche Produkte im Öko-Test am besten und welche am schlechtesten abschneiden, erfahrt ihr hier bei uns: 

Hormonelle Stoffe

Ethylhexylmethoxycinnamat oder Butylhydroxytoluol...sind nicht nur extrem kompliziert auszusprechen, sondern auch in vielen Lipp-Balmen enthalten. Konkret handelt es sich dabei um Stoffe, die dafür sorgen sollen, dass der Stift nicht mit Sauerstoff reagiert. Allerdings wird ihnen auch eine hormonelle Wirksamkeit zugesprochen, die die menschliche Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen könnte. 

Allergene 

Je nachdem, was in einem Lippenpflegestift enthalten ist, kann auch die Liste der Allergene ins unermessliche steigen. Im diesjährigen Test wurde dabei unter anderem der Duftstoff Isoeugenol nachgewiesen, der als besonders potentes Allergen gilt. Aber auch unbedenkliche Stoffe wie Citral, Geraniol, Citronellol oder Farnesol können immer wieder zu allergischen Rekationen führen. 

Mineralöle

Früher fand man sie in Form von Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH), aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) oder als Paraffine in beinahe jedem Pflegestift. Heute gehören Mineralöle größten Teils der Vergangenheit an. Ganz verschwunden sind sie aber nicht. Verschluckt man diese, können sie sich in Organen festsetzen und sogar krebserregend sein.

Schlecht für die Umwelt

Viele Lippenpflegestifte enthalten außerdem sogenannte Synthetische Polymere, auch Kunststoffverbindungen genannt. Ob diese schädlich für den Körper sind, weiß man nicht. Allerdings sind sie für die Umwelt nur schwer abbaubar. 

Die Testsieger

20 Stifte wurden insgesamt getestet, ganze 11 schneiden dabei mit der Bestnote "Sehr Gut" ab.

Zu den Top 5 gehören dabei:

  • Alterra Lippenpflege Bio-Kamille von Rossmann für 1,19 €
  • Bee Natural Lippenbalsam Kokos Vanille für 2,95 €
  • Elkos Face Lippenpflege von Edeka, im Doppelpack  für 0,59 €
  • Eos Moisture Lip Balm Hit Happy Herb bei DM für 5,95 €
  • Kneipp Lippenpflege Wasserminze Aloe Vera bei DM und Rossmann für 4,95 €

Sie alle gelten als unbedenklich.

Die allseits bekannte Marke Labello schneidet mit der Note "Gut" ab. Mineralöle konnten nicht nachgewiesen werden, allerdings der hormonell wirksame Stoff BHT.

Diese Produkte fallen durch

Oft orientieren wir uns beim Einkaufen an bekannten Marken. Die letzten Plätze des Öko-Tests zeigen uns aber, dass grade diese oft mit schädlichen Stoffen zu kämpfen haben. So schneiden beispielsweise "Blistex Daily Care" und der "O´Keeffe´s Lip Repair unparfürmierter Lippenbalsam" mit der Note "Mangelhaft" ab. In ersterem konnten dabei hormonell wirksame Stoffe, in letzterem Paraffine nachgewiesen werden. 

Noch schlechter schneiden nur noch "Bebe Classic Lippenpflege", der "Carmex Classic Moisturing Lipbalm" und die "Neutrogena Lippenpflege" ab. In allen wurden krebserregende Mineralöle und Paraffine nachgewiesen.  Bei Neutrogena sogar zusätzlich noch hormonell wirksame Stoffe.