28.05.2020 | Verbraucherschutz Verbraucherpreisindex: Was durch Corona teurer und was billiger geworden ist

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Inflationsrate – die ist jetzt in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit September 2016 gesunken. Für bestimmte Produkte zahlen Verbraucher momentan mehr als noch vor einem Jahr, für andere weniger.

Foto: Jens Büttner/zb/dpa

Die Inflation in Deutschland ist in der Corona-Krise auf den niedrigsten Stand seit September 2016 gesunken. Die Jahresteuerungsrate lag im Mai nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes bei 0,6 Prozent. Hauptgrund dafür: Wegen Corona bricht die Rohöl-Nachfrage ein – Tanken und Heizen ist billiger geworden.

Im April waren die Verbraucherpreise im Vergleich zum März noch um 0,9 Prozent gestiegen, im März waren es noch 1,4 Prozent. Im Mai sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent.

Was günstiger geworden ist

Haushaltsenergie und Sprit sind günstiger geworden – im Mai zahlen wir dafür 8,5 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Weil die Wirtschaft in vielen Ländern wegen der Pandemie stillstand, sank die Nachfrage nach Rohöl – die Preise brachen ein.

Wofür wir mehr Geld ausgeben

Nahrungsmittel sind teurer geworden – den vorläufigen Daten zufolge um 4,5 Prozent des Vorjahresmonats. Besonders Obst und Gemüse sind betroffen. Auch für Alkohol und Tabakwaren zahlen Verbraucher nun mehr. 

Niedrige Inflation erwartet

Trotz der milliardenschweren Rettungspakete der Regierung rechnen Wirtschaftswissenschaftler damit, dass die Inflation in den nächsten Monaten niedrig bleibt oder zunächst noch weiter sinkt. Diese Entwicklung dürfte der Europäischen Zentralbank Sorge bereiten. Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Notenbank. Sie strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder stark sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.