Unheilig

Unheilig ist eine deutsche Musikgruppe aus Aachen, die ursprünglich um den Sänger und Songschreiber Der Graf entstand.

Bandgeschichte

1999 bis 2005

Der Graf gründete Unheilig 1999 gemeinsam mit Grant Stevens und Jose Alvarez-Brill. Ein Jahr später wurde die Single Sage Ja! veröffentlicht, der im Februar 2001 das Debütalbum Phosphor mit einer musikalischen Mischung aus Elektronik und Rock folgte.

2001 gastierte die Band auf mehreren großen Festivals und Open-Air-Konzerten wie dem Zillo Open Air, dem Wave-Gotik-Treffen, dem Doomsday Festival und dem Woodstage Summer Open Air. Am 28. Oktober 2002 erschien das Album Frohes Fest, auf dem klassische deutsche Weihnachtslieder interpretiert werden.

Ende 2002 trennte sich Der Graf auf Grund von Differenzen von den anderen Bandmitgliedern, dem Produzenten und der Plattenfirma; er entschloss sich, als Solokünstler weiterzumachen. Zunächst produzierte Der Graf die Musik von Unheilig als Sänger, Texter und Produzent in einer Person. Nur für Live-Auftritte griff er auf Gastmusiker zurück. Das dritte Studioalbum Das 2. Gebot wurde am 7. April 2003 veröffentlicht. Fans konnten im Internet darüber abstimmen, welches Lied des Albums ausgekoppelt und in einer EP-Version produziert werden sollte. Das Ergebnis war Schutzengel mit vier bis dahin unveröffentlichten Liedern.

Zelluloid, das vierte Album von Unheilig, erschien Ende Februar 2004. Eine Deutschlandtournee zusammen mit der Band Terminal Choice folgte. Erneut wurde mit Freiheit im Oktober 2004 eine EP nach einer Abstimmung veröffentlicht.

Aus Mitschnitten von Konzerten wurde am 31. Januar 2005 das Live-Doppelalbum Gastspiel veröffentlicht. Im gleichen Jahr erschien eine DVD mit Konzertaufnahmen, Musikvideos sowie Interviews.

2006 bis 2008

Am 20. Januar 2006 wurde mit Moderne Zeiten das fünfte Studioalbum von Unheilig veröffentlicht. Das Konzept der Liedtexte sind Träume und ihre Verwirklichung. Wie bei den vorherigen Alben wurde – als Ergebnis einer Umfrage im Juni 2006 – die EP Astronaut ausgekoppelt. Auf der EP wurde auch das bisher unbekannte Lied Der Himmel über mir veröffentlicht, in dem Der Graf seine Religiosität und gleichzeitige Ablehnung der Kirche ausdrückt und die Gründe seines „Unheiligseins“ benennt.

Von Ende September bis Mitte Oktober 2006 tourte Unheilig zusammen mit Project Pitchfork. Am 13. Oktober 2006 wurde in einer limitierten Auflage von 3.000 Stück die Live-Doppel-CD Goldene Zeiten veröffentlicht. Kern dieses Albums ist ein Konzert aus dem Frühjahr 2006. Die geringe Konzertpräsenz im Jahre 2007 nutzte Unheilig für die Aufnahmen zum Album Puppenspiel. Am 4. August 2007 spielte die Band beim Wacken Open Air.

2008 erschien unter dem Titel Unheilig – Ein Leben für die Musik eine 30-minütige Dokumentation über die Band, die am 30. November 2008 erstmals auf DMAX ausgestrahlt wurde.

2010 bis 2011 – Große Freiheit

Am 19. Februar 2010 erschien das neue Album Große Freiheit. Darauf enthalten ist die erste Single-Auskopplung Geboren um zu leben. Das Album erreichte direkt Platz 1 der deutschen Verkaufscharts und wurde zum bis dato größten Erfolg des Projektes. So verkaufte es sich bisher mehr als 2 Millionen Mal. War Unheilig in den Jahren zuvor vor allem in der Schwarzen Szene ein Begriff, erreichte das Album nun eine breitere Zuhörer- und Käuferschaft. Der Graf selbst sah sich nach wie vor als Teil der Schwarzen Szene, erklärte jedoch, seine Musik sei auch für Menschen außerhalb der Szene gedacht.

Die hohe Medienpräsenz und der poppige Charakter vieler neuer Lieder sorgten bei langjährigen Fans jedoch auch für Kritik. Von „Schlagertümelei“ oder „Massenkompatiblität“ ist dabei häufig die Rede. Kritik in diese Richtung kam auch von bekannten Musikern wie Alexander Wesselsky (Eisbrecher) oder Steve Naghavi (And One).

Am 1. Oktober 2010 gewann Unheilig den Bundesvision Song Contest 2010 mit dem Lied Unter deiner Flagge. Im gleichen Jahr gewann Unheilig den Musikpreis Bambi in der Kategorie Pop National.

Das Album wurde mit dem Echo 2011 als Album des Jahres ausgezeichnet. Zudem erhielt Unheilig den Preis in den Kategorien Gruppe Rock/Alternative national und Produzent/in/-enteam des Jahres.

In der hundertsten Ausgabe der Ultimativen Chartshow unter dem Motto Deutschland wählt die Nr. 1 (Erstausstrahlung am 9. Dezember 2011) landete der Titel Geboren um zu leben auf dem zweiten Platz.

2012 bis 2013 – Lichter der Stadt

Am 16. März 2012 veröffentlichte die Band das Album Lichter der Stadt. Das Album landete auf Platz eins der Album-Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bereits am 14. Februar 2012 wurde aus dem Album die Single So wie du warst vorab veröffentlicht. Sie schaffte es auf Platz 2 der deutschen Single-Charts. Schon am 30. März 2012 veröffentlichten sie aus dem gleichnamigen Album die zweite Single Lichter der Stadt. Hiermit erreichten sie in den deutschen Single-Charts Platz 31. Am 30. Juni 2012 startete die Lichter der Stadt-Open-Air Tournee in Meppen. Am 21. September 2012 erschien die gemeinsame Single Sonne mit Schiller. Es folgte die Single-Auskopplung des Songs Wie wir waren, den Unheilig gemeinsam mit Andreas Bourani aufgenommen hatte.

Im November 2012 wurde eine Winter Edition des Albums veröffentlicht, aus dem die Single Stark, welche für das Album neu aufgenommen wurde, als Single veröffentlicht wurde. Lichter der Stadt gelang daraufhin für eine Woche die Rückkehr an die Spitze der Albumcharts.

Im Jahre 2013 erhielt Unheilig die Goldene Kamera 2013 in der Kategorie Beste Musik national. Laudatorin war Helene Fischer, die mit dem Grafen in der Helene Fischer Show ein Duett gesungen hatte.

2014 bis 2016

Am 13. März 2014 nahm Unheilig mit Als wär’s das erste Mal und Wir sind alle wie eins am Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil und belegte dort den zweiten Platz hinter Elaiza mit Is It Right. Nach dem Ausscheiden ging Unheilig mit einem Best-of-Album auf Tour.

Am 5. Oktober 2014 gab Der Graf in einem offenen Brief an die Fans bekannt, nach der Veröffentlichung des für Dezember 2014 angekündigten Albums Gipfelstürmer und der darauffolgenden Tour das Projekt Unheilig zu beenden. Bereits im Vorfeld der für den 31. Oktober angekündigten Singleveröffentlichung von Zeit zu gehen erschien ein dazugehöriges Video auf YouTube mit Film- und Bildmaterial aus Dreharbeiten zu Musikvideos, Konzerten, Presseaufnahmen usw. als Zusammenschnitt.

Am 29. November 2014 fand die Weltpremiere des Albums in Form eines Konzertes in Zell am See statt, wo schon die Dreharbeiten zu Als wär’s das erste Mal und die der Musikvideos von Gipfelstürmer stattfanden. Das Album ist seit dem 12. Dezember 2014 im Handel erhältlich. Am 19. Juni 2015 erschienen das Album Gipfelstürmer Live, das die Zeit zu gehen-Tour dokumentierte. Am 11. Dezember 2015 erschien das Livealbum MTV Unplugged: Unter Dampf – Ohne Strom. Zwischen Mai und September 2016 folgte noch eine Open Air-Tournee mit dem Titel Ein letztes Mal, die ihren Abschluss am 10. September im Rheinenergiestadion in Köln fand.

Nachdem das vorherige Studioalbum Gipfelstürmer bereits als Abschiedsalbum angekündigt worden war, folgte noch vor Ende der Ein letztes Mal-Tour im August 2016 die Ankündigung eines weiteren, als „Abschlussalbum“ bezeichneten, Studioalbums mit Veröffentlichung am 4. November 2016 unter dem Titel Von Mensch zu Mensch.

Seit 2016 – Unheilig ohne Der Graf

Mit Pures Gold – Best of Vol. 2 erschien am 6. Oktober 2017 ein weiteres Best-of-Album und der Nachfolger von Alles hat seine Zeit – Best of Unheilig 1999–2014. Im Herbst 2017 gab Unheilig bekannt, anstatt mit dem Grafen zusammen mit The Dark Tenor auf Tour zu gehen. Dabei sollen gemeinsam Songs beider Bands aufgeführt werden.

Am 11. Dezember 2020 veröffentlichte Universal unter dem Namen UNHEILIG mit Schattenland das zweite Boxset nach Schwarzes Gold 2000–2014. Das Boxset erschien in physischer Form auf 4.000 Exemplare limitiert , jedoch wurden ebenso alle Songs der EPs zeitgleich Digital via Streaming oder durch käufliches Erwerben angeboten. Es setzt sich aus allen zuvor eigenständig veröffentlichten EPs der Band zusammen, beinhaltet sind: Maschine (2003), Schutzengel (2003), Freiheit (2004), Astronaut (2006) und Spiegelbild (2008). Darüber hinaus verfügt die Box über eine DVD sowie Merchandise-Produkte.

Quelle: Wikipedia.org