22.04.2022 | Bayern Brotzeit verboten? Biergarten bricht mit uralter Tradition

Brotzeit im Biergarten – typisch bayerisch. Bei uns ist es Tradition, dass in den Biergärten eigenes Essen mitgebracht werden darf. Doch damit bricht jetzt ein Wirt aus München: In seinem Biergarten sind mitgebrachte Speisen nicht erwünscht. Was es damit auf sich hat.

Foto: OpenIcons pixabay und adobestock T. Michel
„Der Verzehr von selbst mitgebrachten Speisen und Getränken ist untersagt.“ 

Das steht seit Kurzem auf einem Schild vor einem Biergarten in Freising bei München.

Grund für das Schild ist laut dem Biergarten-Betreiber das Ausnutzen der Tradition. Einige Gäste hätten es übertrieben und seien mit Braten und Knödel in Wärmeboxen angerückt, hätten Buffets an mehreren Tischen aufgebaut, sich Pizzen liefern lassen oder sogar einen Grill mitgebracht. 

Trotz des Schildes darf eine kleine Brotzeit mit einem Stück Käse, Aufschnitt, Brot oder ein paar Radieserl laut dem Wirt weiter mitgebracht und auch gerne im Biergarten gegessen werden.

Alte Tradition

Seit dem 19. Jahrhundert darf in bayerischen Biergärten die eigene Brotzeit mitgenommen und gegessen werden. Damals wurde das Bier vor allem am Isarhochufer gelagert. Viele Wirte hatten nur das Schankrecht – und damit die Leute das Bier besser vertrugen, durften sie ihre eigenen Speisen mitnehmen.

Bayerische Biergartenverordnung

Heute regelt die bayerische Biergartenverordnung, dass in echten Biergärten eigene Brotzeiten verzehrt werden dürfen. Die Voraussetzung dafür: Es handelt sich um einen echten Bier- und nicht um einen Wirtsgarten. Kriterien dafür sind zum Beispiel ein großer "Garten" mit großen, alten Bäumen und unbefestigtem Boden sowie Selbstbedienung

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