07.07.2020 | Bayern Feiern, Sport, Tourismus: Das sind die neuen Corona-Lockerungen in Bayern

Bayern hat heute neue Lockerungen in der Corona-Krise verkündet. Künftig dürfen wieder mehr Personen zusammenfeiern, Indoor-Einrichtungen dürfen wieder öffnen und auch die Regeln für den Freizeitsport wurden gelockert.

Der Leiter der bayerischen Staatskanzlei Florian Herrmann (CSU) hat heute auf einer Pressekonferenz weitere Corona-Lockerungen für Bayern bekanntgegeben.

Mehr Personen bei Feiern

Bei Hochzeiten und Feierlichkeiten dürfen jetzt wieder 100 Personen indoor und 200 Personen outdoor zusammenkommen. Damit wurde die zulässige Gästeanzahl verdoppelt. Auch Tagungen und Parteiveranstaltungen in dieser Größenordnung sind wieder erlaubt.

Mehr Indoor-Flächen dürfen öffnen

Durch die neue Lockerung der Corona-Maßnahmen dürfen auch Indoor-Spielplätze und Innenbereiche von Zoos, Tierparks und Botanischen Gärten wieder öffnen. Hier gelten trotzdem weiterhin die bekannten Hygieneregeln.

Auch für den Tourismus gibt es Lockerungen. So sind Flussschiff-Kreuzfahrten in Bayern wieder möglich und erlaubt. Hier gilt jedoch die Maskenpflicht.

Schankwirtschaften und Clubs bleiben geschlossen

Anders als vorher vermutet bleiben Schankwirtschaften, Diskotheken und Clubs vorerst geschlossen. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatte sich zuvor für die Öffnung der Schankwirtschaften in Bayern stark gemacht.

Lockerungen auch beim Freizeitsport

Beim Freizeitsport ist künftig wieder mehr erlaubt. Kontaktfreie Wettkämpfe in Sporthallen sind demnach wieder erlaubt. Für Fußballmannschaften ist nun auch wieder Training mit Körperkontakt gestattet. Bei Kampfgruppen gilt eine maximale Gruppengröße von fünf Personen.

Der Gesetzestext im Wortlaut:

Das Infektionsgeschehen in Bayern hat sich in den letzten Wochen positiv entwickelt. Die Strategie vorsichtiger, schrittweiser Öffnung hat sich bewährt. Bei der Umsetzung von Lockerungsschritten (Begrenzung der Besucherzahlen, Einhaltung von Hygienevorschriften) wird gewissenhaft vorgegangen. Der Ministerrat hat deshalb in seiner heutigen Sitzung folgende Erleichterungen der Beschränkungen ab dem 8. Juli 2020 beschlossen:

• Die bislang geltende Personenbeschränkung für Veranstaltungen für ein nicht beliebiges Publikum, darunter insbesondere für private Feierlichkeiten (zum Beispiel Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstage, Schulabschlussfeiern und Vereins- und Parteisitzungen) und nichtöffentliche Versammlungen (etwa Tagungen) sowie für Versammlungen im Sinne des Versammlungsgesetztes wird in Bayern auf 200 Personen im Freien bzw. 100 Personen in geschlossenen Räumen angehoben. Diese Beschränkung der Teilnehmerzahl gilt auch, wenn die Veranstaltung in gastronomischen Betrieben stattfinden.

• Der Betrieb von Freizeiteinrichtungen im Innenbereich (zum Beispiel Escape Rooms, Indoor-Spielplätze, Spielscheunen, Innen-Attraktionen in Freizeitparks) ist unter gleichen Voraussetzungen wie im Außenbereich zulässig, wenn der Betreiber ein Schutz- und Hygienekonzept vorhält (etwa zur Besucherlenkung, Wahrung des Mindestabstandes, Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung). Dabei müssen sich die Freizeiteinrichtungen mit Innenbereich an dem bereits erarbeiteten Hygienerahmenkonzept „Touristische Dienstleister“ orientieren.

• Der Betrieb von Flusskreuzfahrtschiffen wird einheitlich in Bayern wieder zugelassen. Flusskreuzfahrtschiffe werden analog zu ortsfesten Hotels behandelt, da die Passagiere auf den Schiffen wie in einem schwimmenden Hotel über einen längeren Zeitraum hin übernachten, dort essen und auch die Freizeit zwischen den Landgängen dort verbringen. Die Reedereien müssen sich demnach an die Hygienekonzepte für Gaststätten und für Beherbergung halten.

• Die Innenbereiche von zoologischen und botanischen Gärten können unter gleichen Voraussetzungen wie deren Außenbereiche geöffnet werden.

• Bei den touristischen Erlebnisverkehren (wie zum Beispiel Fluss- und Seenschifffahrt im Ausflugsverkehr, touristische Bahnfahrten) kann analog zu den Regelungen für den ÖPNV und Reisebusreisen am Platz auf die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m verzichtet werden. Im Übrigen gelten die Regelungen des Hygienekonzepts „Touristische Dienstleister“. Die aktuellen Regelungen für touristische Freizeiterlebnisse, wie zum Beispiel Raftingtouren und Floßfahrten mit über 10 Personen, bleiben unverändert und sind durch das Hygienekonzept „Touristische Dienstleister“ generell an die 1,5 m-Mindestabstandsregelung gebunden.

Wettkämpfe in kontaktfrei betriebenen Sportarten können unter Beachtung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen auch in geschlossenen Räumen durchgeführt werden. Auch das Training mit Körperkontakt ist zugelassen, sofern in festen Trainingsgruppen trainiert wird; dabei darf die jeweilige Trainingsgruppe in Kampfsportarten maximal fünf Personen umfassen.

Die Einreise-Quarantäneverordnung wird über den 13. Juli 2020 hinaus um weitere zwei Wochen verlängert.

Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege wird die sich ergebenden notwendigen Änderungen in den jeweiligen infektionsschutzrechtlichen Verordnungen im Einvernehmen mit den jeweils betroffenen Ressorts umsetzen.