10.05.2022 | Bayern Kleiderordnung an bayerischer Schule sorgt für Aufruhr: zu kurzer Rock?

An der Realschule im oberbayrischen Ebersberg gibt es aktuell Zoff um die Kleiderordnung. Alle Hintergründe haben wir hier für euch zusammengefasst.

Foto: Hans Wiedl/dpa

Es regt sich Widerstand gegen die Kleiderordnung an der Realschule Ebersberg. Einige Schüler haben sich aus Protest und Solidarität mit ihren Mitschülerinnen die T-Shirts abgeschnitten, um bauchfrei zu sein. Das steckt dahinter. 

Der Anlass

Schon im Jahr 2007 hat die damalige Schulleitung eine Kleiderordnung verabschiedet. Darin wird formuliert, dass alle Schülerinnen und Schüler keine anstößige und dem Schulbetrieb angemessene Kleidung tragen sollten.  Das hat Schulleiter Markus Schmidl im ANTENNE BAYERN Interview bestätigt. Damit seien zu kurze Röcke oder Oberteile in „Bikini-Art“ verboten.

Aus aktuellem Anlass, unter anderem wegen der wärmeren Temperaturen, haben Lehrkräfte in den vergangenen Tagen nochmals auf die bestehende Kleiderordnung aufmerksam gemacht.

Diskriminierung?

Betroffene Mädchen und auch einige männliche Mitschüler konnten den Dresscode offenbar überhaupt nicht nachvollziehen und haben einen Protest organisiert. Auch einige Jungs liefen daraufhin bauchfrei durch die Schule, um auf die aus ihrer Sicht Diskriminierung aufmerksam zu machen.

Das sagt der Schulleiter

Schulleiter Schmidl ist erstaunt über die Aufregung, da die Kleiderordnung 2007 mit Zustimmung der Schülervertretung und des Elternbeirats beschlossen wurde und seitdem nicht verändert worden ist.

Er weist im ANTENNE BAYERN Interview explizit darauf hin, dass seine Schule für eine weltoffene Gesellschaft stehe. Aber seine Schule sei kein Laufsteg und auch kein Strand. Dementsprechend müssten sich alle Kinder und Jugendlichen, egal welchen Geschlechts, angemessen kleiden.

Schmidl spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Schutzfunktion gegenüber den Schülerinnen und Schülern, um sie so zum Beispiel vor neugierigen Blicken zu schützen.

Und das Recht des Einzelnen würde da aufhören, wo sich andere gestört fühlten.

Weitere Reaktion

Schmidl hat allerdings auch eingeräumt, dass es im Einzelfall kommunikativ Fehler gegeben habe. Keiner würde mit einem Lineal nachmessen, ob Röcke, Hosen oder Oberteile eine Mindestlänge haben.

Im Namen der Schulleitung soll es dazu ein schriftliches Statement geben, was an alle Beteiligten verschickt wird.  

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