19.07.2019 | Bayernreporter Artenschutz-Gesetz fix: So bekommen wir Rettet die Bienen im Alltag zu spüren

In Bayern gelten künftig strengere Regeln im Umwelt-, Natur- und Artenschutz. Mit großer Mehrheit hat der Landtag den Gesetzentwurf des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ gebilligt. Wie das Gesetzespaket nun in der Praxis aussehen soll...

Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen hatten Anfang des Jahres fast 1,75 Millionen Menschen mit ihrer Unterschrift unterstützt. Nun stimmten im Bayerischen Landtag 167 Abgeordnete für den darauf basierenden Gesetzesentwurf zum Artenschutz. 25 stimmten mit Nein, 5 enthielten sich. 

Auch das sogenannte Versöhnungsgesetz, das finanzielle Ausgleiche für die Bauern vorsieht, sowie einem ergänzenden Maßnahmenkatalog, der Regelungen etwa zur Kartierung von Biotopen enthält, passierten mit breiter Mehrheit das Plenum. In diesem Begleitgesetz wird der Gesetzentwurf des Volksbegehrens konkretisiert. Und etliche Maßnahmen werden wir schon sehr bald zu sehen und spüren bekommen.

Die neuen Gesetze sehen strengere Regeln im Umwelt-, Natur- und Artenschutz vor. Unter anderem müssen künftig Biotope besser vernetzt und kartiert, Gewässerrandstreifen an Äckern und Straßen besser geschützt, der Einsatz von Pestiziden eingeschränkt und der ökologische Anbau deutlich ausgebaut werden.

Licht aus für den Artenschutz

Um Insekten besser zu schützen, soll in Bayern zum Beispiel auch die „Lichtverschmutzung“ eingedämmt werden. Das wirkt sich nun auf die Beleuchtung öffentlicher Gebäude und Sehenswürdigkeiten aus. 

Schlösser, Rathäuser, Kirchen und Ämter sollen ab 23 Uhr und bis zur Morgendämmerung nicht mehr angestrahlt werden. Es wird ein generelles Verbot der Fassadenbeleuchtung gelten. Selfies per Smartphone in der Nacht vor imposant beleuchteten Gebäuden gehören also der Vergangenheit an.

Darüber hinaus soll Lichtwerbung im Außenbereich grundsätzlich verboten werden. Eine Zulassung soll es nur möglich geben, wenn eine Beeinträchtigung der Tierwelt ausgeschlossen ist.

Erfolgreichstes Volksbegehren der Geschichte

Das Volksbegehren Artenvielfalt hatte im Januar eine nie da gewesene Rekordbeteiligung erreicht und damit die schwarz-orange Staatsregierung um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) massiv unter Zugzwang gesetzt. Am Ende forderten 18,3 Prozent der Wahlberechtigten - fast 1,75 Millionen Menschen - mit ihren Unterschriften einen stärkeren Natur- und Artenschutz in Bayern.