10.04.2019 | Bayernreporter Ewiger Streit ums Bimmeln? Neue Entscheidung über Kuhglocken von Holzkirchen

Im schon Jahre andauernden Streit um Kuhglocken-Gebimmel im oberbayerischen Holzkirchen ist die nächste Gerichtsentscheidung gefallen. Das Oberlandesgericht München hat den Klägern einen neuen Dämpfer verpasst.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Kuhglocken in Holzkirchen dürfen weiter bimmeln. Das Oberlandesgericht (OLG) München wies am Mittwoch (10.04.) die Klage eines Anwohners zurück. Seit Jahren fühlt sich ein Ehepaar in dem oberbayerischen Ort von den Glocken der Kühe auf einer angrenzenden Weide gestört und will gerichtlich ein Ende des Geläutes erreichen.

Kurioser Nachbarschaftsstreit zieht sich seit Jahren

Die Kläger – ein Ehepaar – sind im Jahr 2011 nach Holzkirchen gezogen. Dort haben sie sich ein Haus gekauft. Eine Bäuerin hatte danach die Nachbarwiese gepachtet und schickt dort ihre Kühe raus. Das Ehepaar fühlt sich von dem Gebimmel der Glocken belästigt.

Im Jahr 2015 endete ein Termin am Amtsgericht Miesbach mit einem Vergleich: Nur auf der Südseite der Weide sind Glocken zugelassen, im Norden dürfen die Kühe zwar grasen, aber keine Glocken tragen.

Damit war aber nicht Schluss. Das Ehepaar hat in getrennten Prozessen vor dem Landgericht München II geklagt. Der erste Prozess war im Jahr 2017. Das Gericht wies die Klage des Ehemanns ab und nannte als Grund den Vergleich, den beide Seiten 2015 geschlossen hatten. Anfang 2019 kam dann die Klage der Ehefrau vor dem Landgericht München II. Auch diese Klage wurde abgelehnt.

Der Ehemann (erster Kläger) hatte Rechtsmittel eingelegt – deshalb hat sich das Oberlandesgericht München im Februar in zweiter Instanz mit dem Fall auseinander gesetzt. Auch hier hat der Ehemann jetzt verloren.