07.11.2018 | Bayernreporter Hasenpest in der Oberpfalz: 9 Jäger wahrscheinlich angesteckt

Neun Jäger haben sich bei einer Jagd in Nabburg (Landkreis Schwandorf) mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Hasenpest angesteckt. Laut Hans Prechtl vom Landratsamt Schwandorf kamen sie auf die Isolierstation im Amberger Krankenhaus.

Ein Rettungswagen mit Blaulicht fährt über eine Straße. /Archiv

Acht Hasen hatten die Jäger am 27. Oktober erlegt. Wohl einer davon habe acht Männer infiziert, die beim Ausweiden und Verpacken Kontakt mit den Tieren hatten. Ein neunter Jäger sei vermutlich von seinem Hund angesteckt worden.

Experte so gut wie sicher: Es ist Hasenpest

Medizinisch müsse man noch von einem Verdacht auf Hasenpest sprechen, da Antikörper erst nach einigen Tagen im Blut nachgewiesen werden könnten. Es handele sich aber mit «überragend großer Wahrscheinlichkeit» um die Erkrankung, sagte Prechtl.

Symptome wie bei schwerer Grippe

Hasenpest wird in der Regel von Tier zu Tier oder auch von Tier zu Mensch übertragen. Sie ist beim Menschen schwer zu erkennen, weil die Symptome denen einer schweren Grippe ähneln: Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellung und Appetitlosigkeit zählten dazu, erklärte Prechtl. Schnell erkannt sei die Hasenpest aber gut zu behandeln.

Behörden warnen vor Kontakt mit Tieren

Acht Jäger waren am 4. November ins Krankenhaus gekommen, der neunte dann am vergangenen Dienstag. Die Tatsache, dass alle Männer ähnliche Symptome hatten, erhärtete den Verdacht auf Hasenpest. An diesem Donnerstag sollen die Erkrankten erneut Blutproben abgeben.

Prechtl appellierte an Jäger, beim Kontakt mit Tieren auf Handschuhe und Mundschutz zurückzugreifen. Fußgänger seien nicht gefährdet, solange sie sich von ungewöhnlich zutraulichen Tieren fernhielten.