19.05.2019 | Bayernreporter Wirbel um Hunde aus Rumänien: Besitzerin des Passauer Tierheims angezeigt

Dieses Thema sorgt nicht nur im Tierheim Passau für Aufregung. Hintergrund ist ein Transport von 69 Tieren, wobei Mitte März davon sieben Hunde in dem Heim landeten. Jetzt sollen die Hunde zurück nach Rumänien, wo sie ursprünglich herkamen. Die Rechtslage sei eindeutig, heißt es von den Behörden.

+++ UPDATE Montag (20.05.): Anzeige gegen Tierheim-Besitzerin +++

Das Tierheim Passau hadert mit seinem Schicksal und dem Gesetz: Hintergrund ist ein Tiertransport, bei dem im März 69 Tiere aus Rumänien geschmuggelt wurden. Sieben Hunde landeten später im Tierheim Passau. Laut den Mitarbeitern waren einige Tiere schwer krank, als sie aufgenommen wurden. Der Tierschutzverein wiederum, der für die Transporte zuständig ist, dementiert diese Vorwürfe. Hieraus hat sich jetzt ein juristisches Tauziehen entwickelt. Die Hunde sollen nach Rumänien zurückgebracht werden, wo sie ursprünglich herkamen. Die Rechtslage sei eindeutig, heißt es von den Behörden. Das Tierheim stemmt sich dagegen. Die Besitzerin hat inzwischen zusätzlichen Ärger am Hals, weil sie den Vorfall filmte, als Polizei und Landratsamt vor der Tür standen, um die Tiere mitzunehmen. Die Beamten wussten von der Aufzeichnung nichts, die Polizei erstattete nun Anzeige. 

Was die Vertreter der verschiedenen Seiten zur Gesamtlage sagen:

Schilderungen des Tierheims Passau

Seitens des Tierheims Passau heißt es, dass die Hunde krank waren, als sie ankamen. Ein Hund soll eine Entzündung nach einer Kastration gehabt haben, ein weiterer Hund einen Hautausschlag. Der Mann, der die Transporte durchführe, sei ein Tierarzt aus Rumänien, der dort zusammen mit seiner Frau für eine Tierschutzorganisation arbeitet.

Als er letztens mit seinem Transporter da gewesen sei, um die Hunde abzuholen, verweigerte er den Tierheim-Mitarbeitern den Blick ins Innere, heißt es. Er soll gesagt haben, dass die Hunde jetzt zurück nach Rumänien gebracht werden, da die Käufer in England abgesprungen sind. Das Tierheim verweigerte die Herausgabe der Tiere. Jetzt sieht sich das Tierheim mit einer Anzeige wegen Unterschlagung konfrontiert.

Das wiederum sei den Mitarbeitern egal, sie werden die Tiere weiterhin nicht herausgeben. Denn sie wissen nach eigenen Angaben nicht, was mit ihnen in Rumänien passiert. 

Schilderung des verantwortlichen Tierschutzvereins

Der Verein organisiert nach eigenen Angaben Transporte mit dem Ziel, Straßenhunde aus Rumänien zu retten. Kurzfristig werden die Tiere im „Shelter“ untergebracht, später sollen die Tiere an Familien in ganz Europa vermittelt werden. Der Verein betont, dass die Hunde aus dem Tierheim Passau beim Transport nicht krank gewesen seien. Dazu seien alle Papiere gewesen und es gebe Käufer in England, die jetzt schon lange auf ihre Hunde warten.

Reaktion des Landratsamts/des Veterinäramts Passau

Die Rechtslage ist nach Angaben des Landratsamts eindeutig: „Die Hunde müssen an ihre Besitzer zurückgegeben werden.“ Die Nicht-Herausgabe durch das Tierheim oder durch das Veterinäramt sei unzulässig. Und zwar dann, wenn der Besitzer alle Auflagen erfülle. Genannt werden in diesem Zusammenhang die Übernahme der Tierheim- und Tierarztkosten, Impfungen, Sicherheitsleistungen und Nachweis der Transportfähigkeit der Tiere. Dann habe der Besitzer das Recht auf Herausgabe.

In der Folge sei die geplante Rückführung der Tiere nach Rumänien für die Bewertung unerheblich. Wenn der rechtmäßige Besitzer oder sein Beauftragter sich bei Transport und Unterbringung an Recht und Gesetz halten, könne er die Tiere transportieren.

BayernReporter zum Nachhören

Ein Streit um sieben Hunde aus Osteuropa sorgt in Passau für große Aufregung. Jetzt kommt noch eine Anzeige auf die Besitzerin des Tierheims Passau zu. Aus Niederbayern berichtet Bayernreporter Morten Krüger:

Sie benötigen Javascript um die Audio-Datei abspielen zu können.Lade Player…