20.05.2022 | Deutschland Bundestag gibt Geld für preiswertes Tanken frei - so viel kostet der Liter Sprit bald

Die Politik will die Folgen der hohen Energiepreise für Autobesitzer mildern - mit Milliarden aus dem Staatshaushalt. Wie viel der Liter Sprit bald günstiger wird, erfahrt ihr hier.

Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Reisen durch Deutschland werden im Sommer preiswerter: Der Bundestags-Beschluss vom späten Donnerstagabend, dem 19. Mai 2022, verbilligt das Tanken und damit das Autofahren für einen Zeitraum von drei Monaten. Bundeskanzler Olaf Scholz betonte, diese Maßnahmen kämen den Bürgerinnen und Bürgern zugute - "direkt, schnell und zielgerichtet".

Was wurde beschlossen?

Der Bundestag beschloss für Juni, Juli und August die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das in der EU erlaubte Mindestmaß zu reduzieren. Bei Benzin sinkt die Steuerlast damit vorübergehend um 29,55 Cent pro Liter - einschließlich Mehrwertsteuer sogar um knapp 35,2 Cent. Bei Diesel gibt es ein Minus von gut 14 Cent pro Liter beziehungsweise 16,7 Cent mit Mehrwertsteuer.

Warum wurde das entschieden?

Mit dieser Maßnahmen reagiert die Koalition auf die in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Energiepreise. Wegen der nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs gestiegenen Spritpreise sinken von Juni bis August die Steuern auf Benzin und Diesel. 

"Damit senken wir die Spritpreise auf das Vorkrisenniveau", 

versicherte der SPD-Abgeordnete Carlos Kasper. Till Mansmann von der FDP erklärte, auf Mobilität angewiesene Menschen würden monatlich um mehr als eine Milliarde Euro entlastet. Die Maßnahme ist allerdings umstritten: Die Preise an den Tankstellen explodierten zwar nach dem russischen Angriff auf die Ukraine regelrecht, sind aber inzwischen wieder spürbar gesunken.

Welche Kritik gab es?

Trotzdem passierte das Gesetz den Bundestag ohne Gegenstimmen, die Oppositionsfraktionen enthielten sich. Der CDU-Abgeordnete Johannes Steiniger sagte, das Instrument sei richtig, der Zeitraum von drei Monaten allerdings zu kurz. Auch Ende August, wenn die Maßnahme ausläuft, gebe es voraussichtlich weiterhin die Ukraine-Krise und damit auch hohe Benzinpreise. Kanzler Scholz beklagte einen "von Russland verschuldeten Preisanstieg". Vor allem Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen spürten tagtäglich, "dass durch den Krieg nicht nur der Sprit an der Zapfsäule teurer geworden ist, sondern auch Lebensmittel - vom Brot bis zum Speiseöl".

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