20.05.2022 | Deutschland Corona-positiv oder nicht: Darum bekommen manche Menschen kein Corona

Inzwischen haben ein Großteil der Menschen eine Corona-Infektion hinter sich. Es gibt (vermeintlich) aber auch noch einige ohne positives Testergebnis. Woran das liegen könnte, erfahrt ihr hier.

Foto: Angelika Warmuth/dpa

Laut aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts haben sich mittlerweile knapp 26 Millionen Menschen in Deutschland mit dem Corona-Virus infiziert. Das heißt gleichzeitig aber auch, Millionen hat es offenbar noch nicht erwischt. Wissenschaftler und Experten suchen nach Erklärungen. 

Genetik entscheidend?

Es gibt Menschen, die aufgrund genetischer Merkmale zum Beispiel schlecht mit Malaria oder HIV infiziert werden können. In gewissen Abstufungen würde es das auch bei Sars-CoV-2 geben. Davon geht Leif Sander aus, er leitet die Klinik für Infektiologie an der Berliner Charité. 

Zusätzlich spielt offenbar die genetische Ausstattung des Immunsystems, sogenannten HLA-Moleküle, eine wichtige Rolle. Zu dieser Einschätzung kommt Ulf Dittmer, Direktor des Virologie-Instituts am Uniklinikum Essen. Nicht zuletzt beeinflussen auch Blutgruppen die Schwere der Erkrankung und auch die Übertragung von Sars-CoV-2.  Komplett verstanden sind die genetischen Faktoren aber noch nicht.

Auch T-Zellen spielen eine Rolle

Bei manchen Menschen schmeiße das Immunsystem das Virus laut ersten Beobachtungen sehr schnell wieder aus dem Körper heraus, sagt Sander. Dafür verantwortlich könnten sogenannte T-Zellen sein.  In einer schwedischen Studie haben Forscher bei Menschen, die nach Kontakten zu infizierten Haushaltsmitgliedern nicht positiv geworden sind, diese T-Zellen gefunden. Das sei ein Zeichen, dass sich deren Immunsystem mit Sars-CoV-2 auseinandergesetzt habe, auch wenn eine Infektion nicht immer nachweisbar war.

Kein einfacher Schlüssel

Generell gilt allerdings immer noch, dass es nicht die eine Erklärung gibt. Vielmehr ist eine Kombination aus verschiedenen Ursachen und Ausgangslagen sehr wahrscheinlich, die allerdings noch nicht hinreichend erforscht sind. 

Mit Sicherheit auch eine Rolle spielt der Umstand, dass gerade zu Anfang der Pandemie viele Infektionen unentdeckt blieben. Und der Impfschutz sollte laut Sander nicht unterschätzt werden. Die Spiegel der Antikörper im Blut, die in den Körper eindringende Coronaviren unschädlich machen können, sinke in der Zeit nach der Impfung zwar ab. Der Schutz bleibe aber trotzdem über Monate signifikant.

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