11.02.2021 | Deutschland Neuer Kabinettsbeschluss: Ab September Personalausweis auf dem Handy

Seit knapp 10 Jahren gibt es bereits den E-Perso. Nur nutzt diesen bisher fast niemand. Jetzt will die Bundesregierung einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung nehmen und einen Perso für's Handy einführen. Wir haben die Details.

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Der eigene Personalausweis auf dem Handy. Das klang lange nach Zukunftsmusik, soll aber ab September 2021 tatsächlich umgesetzt werden. Das geht aus einem Beschluss des Bundeskabinetts hervor. 

E-Perso seit 10 Jahren

Die wenigsten wissen allerdings um den "E-Perso", den es bereits seit über 10 Jahren gibt. Dieser sollte eigentlich durch diverse Online-Funktionen Bürokratie abbauen. Wenn aber niemand die Möglichkeit kennt, kann sie auch nicht genutzt werden. Umfragen zeigen außerdem, dass seit Jahren die Zahlen der E-Perso-Nutzer konstant bleiben. Um das zu ändern und die Digitalisierung des Personalausweises wieder zu entstauben und zu voranzutreiben, sollen Bürger ihre Ausweise schon bald auf dem Handy speichern und vorzeigen können.

Sicherheit & Nutzerfreundlichkeit

Wichtig sei laut Regierungssprecherin Ulrike Demmer dabei vor Allem die Balance zwischen Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit. Klar ist: Wo sensible Daten digitalisiert werden, muss es auch gut schützende Sicherheitsmechanismen wie beispielsweise Sperrschlüssel oder Geheimnummern geben. Gleichzeitig möchte man als Nutzer aber auch nicht auf langandauernde Entschlüsselungsverfahren warten müssen, wenn man mal in einer Polizeikontrolle o.Ä. seinen Perso braucht. 

19 Millionen Euro Entwicklungskosten

Diese Fragen sollen in der Entwicklungsphase des Projektes geklärt werden. Die Kosten für diese belaufen sich nach Informationen des Bundesinnenministeriums auf 19 Millionen Euro. Weitere 26 Millionen Euro kommen als jährliche Betriebskosten oben drauf. 

Abstimmung im Bundestag

Jetzt liegt es am Bundestag abzuwägen, ob Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen. Diesem wird der Gesetzesentwurf nach der heutigen Kabinettssitzung als nächstes vorgelegt.