12.03.2018 | Blog Geheimakte OEZ 1. Zollinspektor Maier und Zollsekretär Müller

Zu den interessantesten und irgendwie auch mysteriösesten Typen in der Geheimakte OEZ gehören Zollinspektor Maier und Zollsekretär Müller. Sie waren als Zeugen im Prozess gegen Philipp K. aufgetreten, der Waffendealer des OEZ-Amokschützen.

Zu den interessantesten und irgendwie auch mysteriösesten Typen in der Geheimakte OEZ gehören Zollinspektor Maier und Zollsekretär Müller. Beide heißen mit wirklichen Namen anders. Beide existieren aber im echten Leben, und beide habe ich auch schon gesehen – wenngleich nicht gesprochen. Sie waren als Zeugen im Prozess gegen Philipp K. aufgetreten, der Waffendealer des OEZ-Amokschützen. Dort hatten sie aber wenig Erhellendes beigetragen. Spannend war immerhin, als Maier schilderte, wie der K. festnahm. Er hatte ein Scheingeschäft eingefädelt. Als er sich mit K. traf, trug der eine scharfe Pistole im Schulterhalfter. Eine Chance hätte er trotzdem nicht gehabt. Im Hintergrund lauerte eine Greiftruppe des Zoll, die K. dann mühelos überwältigte.

Verflechtungen im Darkweb

Noch spannender ist allerdings, dass Maier wie Müller schon über ein Jahr vor dem Amokanschlag mit praktisch allen relevanten Beteiligten des Darkwebs Kontakt hatten – auch mit dem Amokschützen David Sonboly. Die Zollfahnder hatten im April 2015 einen Waffenhändler festgenommen, der seine Geschäfte im Darkweb angebahnt hatte. Sein Username lautete Erichhartmann. Der Festgenommene kooperierte mit den Ermittlern und überließ ihnen seinen Zugang. Somit blieb der Account Erichhartmann im Darkweb aktiv, aber jetzt waren es die Ermittler, die sich dahinter verbargen. Sonboly war wohl einer der ersten, die ihm in die Falle gingen. Am 24. Juli 2015 fragte er Erichhartmann nach einer Pistole vom Typ Glock 17. Das Zollfahndungsamt bestätigt das auch, schreibt aber auf Nachfrage, die Fahnder hätten dennoch nicht gegen Sonboly ermittelt. Seine Anfrage sei nur in einem halbwegs offenen Forum gekommen, und es habe zu viele solcher Anfrage gegeben, um deshalb immer ein Verfahren einzuleiten.

Nach und nach haben Maier und Müller alias Erichhartmann aber immer mehr Waffenhändler mit fingierten Scheingeschäften überführt. Sie waren auch dabei, als das Haus von Uwe F. durchsucht wurde. Und am Ende waren es eben auch Maier, der Philipp K. verhaftete. 

Podcast Geheimakte OEZ: Episode 1

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