12.03.2018 | Blog Geheimakte OEZ 2. Warum wir aus den Akten immer nur „sinngemäß zitieren“

Die Vorarbeiten für Geheimakte OEZ waren ungewöhnlich umfangreich und teils sehr schwierig. Der Titel ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Im Laufe der Recherchen bin ich nach und nach an immer umfangreicheres Aktenmaterial gekommen.

Die Vorarbeiten für Geheimakte OEZ waren ungewöhnlich umfangreich und teils sehr schwierig. Der Titel ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Im Laufe der Recherchen bin ich nach und nach an immer umfangreicheres Aktenmaterial gekommen. Viele dieser Unterlagen bestehen aus Ermittlungsvermerken, Zeugenvernehmungen, Durchsuchungsprotokollen oder den Mitschriften abgehörter Telefongespräche. Viele dieser Akten sind bis heute Teil von laufenden Verfahren bei Staatsanwaltschaften oder Gerichten. Deshalb gilt hier eine gesetzliche Regelung, die wörtliches Zitieren aus solchen Unterlagen verbietet.

Umschiffen von juristischen Fallen

Wie also vorgehen, um trotzdem berichten zu können? Immerhin geht es hier um einen neunfachen Mord, um Waffen und bei anderen Mitgliedern des Darkwebs um Sprengstoff oder weitere Terrorpläne. So etwas gehört in die Öffentlichkeit.

Wir haben also unsere fertigen Texte und die geschnittenen Interviews allesamt anwaltlich prüfen lassen. Mit dem Anwalt haben wir teils Satz für Satz durchdiskutiert, um nicht in eine juristische Falle zu laufen. Und genau das ist der Grund dafür, dass ich vor Passagen aus den Akten immer dazusage: Aus rechtlichen Gründen nur sinngemäß wiedergegeben.

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